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Diskussion zum Modul E: Der Neustart nach dem Exil

Geschichte, Propheten, Apokalyptik

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3 Kommentare

  1. – Im AB6 auf Seite 14 unter 4.2. 3) steht unten: „Das Judentum wird (auch) zu einer Buchreligion…“
    Warum „auch“? Gab es damals schon andere Buchreligionen?
    – Zu 9.2. “Korrekturen am Mainstream”: Ich kann mir das schwer vorstellen. Wie kann so etwas geschehen? Korrigieren die Priester den Mainstream, den sie selbst hüten? Es ist doch schwer vorstellbar, dass eine Elitegruppe danach Ausschau hält, wie ihre Grundlinie korrigiert werden kann, erst recht, wenn es um Themen wie die Exklusivität des Volkes oder die Rettung von Heiden geht. Waren das begnadete Situationen?

    1. Zu „Buchreligion“: Die Aussage ist anders gemeint: Das Judentum wurde allmählich – auch – zu einer Buchreligion, aber es war mindestens in der nachexilischen Zeit des Zweiten Tempels (d.h.von 515 v. Chr. bis 70 n. Chr.) eben noch viel mehr. Es gab die Priesterschaft mit einem großen Tempelkult, es gab prophetische und apokalyptische Strömungen, usw.
      Vor dem Exil gab es zwar einzelne Schriften, aber noch kein „Buch“ im Sinne einer autoritativen Sammlung aller maßgeblichen Schriften (den sog. „Kanon“). Dies entwickelte sich erst allmählich, beginnend mit Esra, und dann v.a. in der späteren nachexilischen Zeit. Erst um 80–100 n. Chr. (!) gibt es einen definitiv abgeschlossenen jüdischen Kanon des AT. Diesen Prozess habe ich im Modul A Hermeneutik näher dargelegt; s. V1, Seite 4, Folien 2-3.

      Zu „Korrekturen am Mainstream“: Die Lage war vielfältig, auch innerhalb der Eliten wie der Priesterschaft. Da gab es – wie zu allen Zeiten – unterschiedliche theologische Strömungen und Machtinteressen, und das in beliebiger Kombination. Entsprechendes gilt für die Leviten / Schreiber, die eigentlichen Hüter der Überlieferungen, und andere Gruppen, später etwa die Essener oder die Pharisäer. Die Vielfalt ging soweit, dass man für die Zeit des Zweiten Tempels den Begriff “many Judaisms” (viele Judentümer!) geprägt hat. Auch das neutestamentliche „messianische Judentum“/Judenchristentum ist eins davon – und wird heute als solches auch zunehmend wahrgenommen.

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